In
den 1960er-Jahren erklärte Marshall McLuhan, dass durch die Verbreitung
von Radio und Fernsehen ein "global village" erwachsen sei. Vorschnell
ließe sich annehmen, dass die bis dahin relevanten Formen räumlicher
Organisation somit an Bedeutung verlieren mussten. Demgegenüber folgt
das Seminar der These, dass insbesondere die Beziehung zwischen
Architektur und Fernsehen als überaus produktiv gelten kann.
Thema
des Kurses wird dabei nicht allein die Architektur sein, die, etwa in
Form von Studiobauten, für das Fernsehen entstanden ist. Vielmehr soll
auch die Behandlung von Gebäuden in unterschiedlichen Sendungen sowie
die Darstellung in Fernsehfilmen untersucht werden. Schon in diesem
Zusammenhang ist zu erkennen, dass das Fernsehen die Architektur nicht
alleine zeigt, um stattdessen auf diese auch zurückzuwirken.
Zudem
wurde auf das Fernsehen zurückgegriffen, um die Öffentlichkeit in
städtische Planungsprozesse einzubinden. Eine ganz unmittelbare
Auseinandersetzung mit dem Medium ist schließlich in der
nordamerikanischen Architektur zu erkennen – in der Arbeit von John
Rauch und Robert Venturi ebenso wie in Projekten von Elizabeth Diller
und Ricardo Scofidio.
Die Lehrveranstaltung orientiert sich an der
Auffassung, dass Architektur keineswegs für sich besteht, sondern stets
in Diskurse eingebunden ist und immer wieder medial vermittelt wird.
Wird dabei das Verhältnis zwischen Architektur und Fernsehen im
Mittelpunkt des Seminars stehen, können auch angrenzende Bereiche wie
Film oder Social Media in den Blick genommen werden.