
Vielsagend ist das Cover von Carolin Overhoff Ferreiras jüngst erschienenem Buch Dekoloniale Kunstgeschichte. Eine Methodische Einführung (Berlin: Deutscher Kunstverlag, 2023), in dessen Zentrum die Mona Lisa Kunhã des indigenen Künstlers Denilson Baniwa steht. Baniwa situiert Leonardo’s ikonische Mona Lisa in eine Umgebung mit tropischer Vegetation. Ihre blasse Haut zieren nun Tätowierungen in indigener Formensprache und sie trägt eine rosa Blume in ihrem schwarzen Haar. In der Hand hält sie hölzerne Utensilien, die sowohl auf die Handwerkszeuge eine*r Maler*in als auch auf in indigenen Kulturen gebräuchliche Speere anspielen. Im Hintergrund ist eine pyramidenartige Behausung erkennbar. Mit Bezug auf Overhoff Ferreiras könnte diese auch als Referenz auf das Ignorieren außereuropäischer Kunstproduktion in der eurozentrisch geprägten Kunstgeschichtsschreibung interpretiert werden. In diesem Seminar identifizieren wir ebendiese Leerstellen in der Kunstgeschichte und diskutieren, wie eine Kunstgeschichte aus der Perspektive der Peripherie, wie es Monica Juneja in ihrer Monographie Can Art History Be Made Global? Meditations from the Periphery (Berlin: De Gruyter, 2023) vorschlägt, geschrieben werden könnte.
Zur Teilnahme an diesem Seminar ist die Anwesenheit bei der ersten Sitzung zwingend erforderlich. Weitere Voraussetzungen sind die Übernahme eines Referats sowie die Teilnahme an Blockterminen, die im Rahmen des Seminars angekündigt werden.
- Dozent: Sarah Hegenbart